Presse

03.07.2020

Elterninitiative Kinderkrebs

 

 

Grafschafter Nachrichten, 20.02.2020

Zusätzliche 13.800 Euro für Jugendprojekte

Lions-Club stockt mit Erlös seiner Adventsaktion den Fördertopf der Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung auf

„Wir wollen, dass unsere Hilfe kranken Kindern und Jugendlichen zu Gute kommt“, heißt es im Infoblatt der Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung. „Kinder und Jugendliche benötigen besondere Unterstützung im Falle einer schweren Krankheit, egal ob diese körperliche oder seelische Ursachen hat.“

Damit erfüllt die Stiftung das Vermächtnis der Stifterin Maria Johanna Heinrichs-Rammelkamp. Die gebürtige Nordhornerin war 2015 im Alter von 90 Jahren verstorben und hatte ein beachtliches Vermögen hinterlassen – sowie den testamentarisch verbrieften Auftrag, mit diesem Vermögen kranken Kindern und Jugendlichen zu helfen.

Zusätzliche 13.800 Euro für Jugendprojekte„Wir haben als Stiftung den Auftrag, das Vermögen der Stifterin zu erhalten, aber aus den Erträgen Spenden für den Stiftungszweck auszuschütten. So konnten wir seit der Gründung der Stiftung im Jahr 2015 schon viele wichtige Projekte unterstützen“, sagt Stiftungsvorsitzender Fredy Fricke. Der Bankkaufmann und lang jährige Anlagebetreuer der Stifterin hat nach dem Tod von Maria Heinrichs-Rammelkamp die Gründung der Stiftung initiiert. Auch die weiteren Vorstandsmitglieder sind größtenteils ehemalige Weggefährten der Stifterin: Gerhard Bergfeld war ihr Hausarzt und zweites Gründungsmitglied der Stiftung. Pastor Werner Bergfried hat sie als Seelsorger viele Jahre lang begleitet. Dazu kamen als weitere Vorstandsmitglieder der Mediziner Dr. Markus Kirschner und der Rechtsanwalt und Notar Norbert Eppinger.

Mehr als 80.000 Euro hat diese private Stiftung in den fünf Jahren ihres Bestehens bereits für caritative Zwecke ausgeschüttet. Sie fördert unter anderem die Arbeit der Kinderhospizhilfe Grafschaft Bentheim und den „Bunten Kreis“, eine sozialmedizinische Einrichtung der Euregio-Klinik. Ferner gibt sie Geld für das Musikprojekt „Ein neuer Tag beginnt“ mit kranken Kindern und Ju-
gendlichen, unterstützt das Projekt „ImBlick“ für psychisch kranke Kinder des Kinderschutzbundes und fördert eine Gruppe des Sozialdienstes katholischer Frauen für Kinder, die in ihren Familien häusliche Gewalt erleben.

Förderschwerpunkt der Stiftung sind also Langzeitprojekte, für die es sonst wenig Finanzierungstöpfe gibt. „Der Stiftungsvorstand ist natürlich offen für weitere Förderanträge“, sagt Vorstandsmitglied Norbert Eppinger.

Die Stiftung, die zumeist im Stillen arbeitet und sonst allenfalls bei der übergabe von Spenden in Erscheinung tritt, konnte jetzt selbst eine namhafte Spende in Empfang nehmen. Der Lions Club Grafschaft Bentheim hat den Erlös aus dem Verkauf seiner Adventskalender in Höhe von 13.800 Euro an die Stiftung gespendet. Damit soll der Fördermitteltopf der Stiftung weiter aufgestockt werden.

Jedes Jahr in der Adventszeit verkauft der Club 4000 selbst produzierte Adventskalender, der Reinerlös kommt jeweils einem guten Zweck zugute. „In diesem Jahr haben wir uns entschieden, mit dem Erlös die Arbeit der Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung zu unterstützen“, so der Präsident der Bentheimer Lions, Dr. Kai Hellendoorn.

Gemeinsam mit Vizepräsident Christian Hempen überreichte Dr. Hellendoorn dieser Tage in Nordhorn einen symbolischen Spendenscheck an den Vorstand der Stiftung. „Wir freuen uns, mit dem Reinerlös unserer Kalenderaktion die Arbeit der Stiftung unterstützen zu können“, so der Club-Präsident. „ Allen Sponsoren und Verkaufsstellen, nicht zuletzt auch den treuen Käufern der Lose gilt unser besonderer Dank.“

Wie genau die Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung die willkommene „Finanzspritze“ verwenden wird, ist noch nicht entschieden. Fest steht, dass die Lions-Spende gemeinsam mit den eigenen Erträgen der Stiftung als Spende an ausgewählte Förderprojekte ausgeschüttet wird.

 

 

Grafschafter Nachrichten, 30.09.2019

Hilfe für junge Opfer häuslicher Gewalt

Foto: Schmidt
Foto: Schmidt

Häusliche Gewalt hat viele Facetten. Meist aber sind Frauen die Opfer und ihre Kinder die Leidtragenden. Frauen und Kinder gehören damit zu jenen Betroffenen, die Hilfe im Frauenhaus suchen oder in die BISS-Beratungsstelle kommen. BISS steht für Beratungs- und Interventionsstelle. Hier finden Menschen Hilfe, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind. Wie BISS gehört auch die Beratungsstelle KOMPASS zum Sozialdienst katholischer Frauen (SkF). Hier werden Kinder- und Jugendliche beraten und betreut, die Gewalt in der Familie erlebt haben, als Zuschauer, aber auch als selbst Betroffene.

Beide Beratungsstellen arbeiten eng zusammen, und beide kümmern sich auch um Frauen und Kinder, die bereits Schutz im Frauenhaus gesucht haben, denn allein mit dem Auszug sind weder alle Probleme beseitigt noch die Erinnerungen gelöscht. Der SkF und seine Beratungsstellen werden zwar von der öffentlichen Hand finanziell unterstützt, doch muss ein großer Teil der Arbeit durch Spenden finanziert werden.
So zahlt der Landkreis fünf Wochenstunden für die Beratung von Kindern im KOMPASS. Doch der Bedarf ist größer. Daher war man beim SkF erleichtert und hoch erfreut, als bekannt wurde, dass die Heinrichs-Rammelkamp Stiftung aus Nordhorn die Arbeit mit durch häusliche Gewalt traumatisierten Kindern mit 10.000 Euro unterstützen wolle.

„Damit können wir zwei Jahre lang jeweils zwei Stunden wöchentlich die Gruppenarbeit mit betroffenen Kindern sicherstellen“, erklärte am Mittwochabend die SkF-Geschäftsführerin Bianca Farwick. Zusätzlich reiche das Geld noch für die Ergänzung des Arbeitsmaterials. Dazu gehören zwei Therapiepuppen und ein besonderes Gesellschaftsspiel.

Wie die Beratungsstellen mit betroffenen Kindern arbeiten, erläuterten Farwick, Ingrid Schulten, Vorstandsmitglied des SkF, sowie die Beraterinnen Johanne Hessels (BISS) und Sandra Roling (KOMPASS) den Vorstandsmitgliedern der Stiftung, darunter Fredy Fricke, Mitbegründer der Stiftung und ehemaliger Anlagenbetreuer der Stifterin Maria Johanna Heinrichs-Rammelkamp (geborene Löcken). Die Stifterin starb 2015 im Alter von 90 Jahren.

Sie war kinderlos und vermögend und vermachte ihr Erbe der Stiftung, um schwer kranken, körperlich oder psychisch belasteten Kindern in der Grafschaft Bentheim zu helfen. Ebenfalls zum Stiftungsvorstand und zur Gesprächsrunde beim SkF gehören der Hausarzt der Stifterin, Gerhard Bergfeld, ihr langjähriger Seelsorger Pastor Werner Bergried, der Arzt Dr. Markus Kirschner und der Rechtsanwalt Norbert Eppinger.

Ziel der Gruppenarbeit mit fünf- bis elfjährigen Kindern ist es, ihnen die Möglichkeit zu geben, sich im Gespräch oder auch im Spiel mit Gleichaltrigen zu öffnen und einen Teil ihrer seelischen Last abzuwerfen. Oft seien die Kinder lange Zeit Zeugen von Gewalt gewesen, berichteten Johanne Hessels und Sandra Roling. „Wenn die Kinder zu uns kommen, sind sie meistens verunsichert, verängstigt, haben kein Selbstvertrauen und werden fast nicht wahrgenommen“, berichteten die Betreuerinnen. In der Gruppe lasse sich so manche Blockade lösen und die Kinder lernten spielerisch ihre Bedürfnisse auszudrücken, aber auch Nein zu sagen.

Fredy Fricke zeigte sich nach den ausführlichen Schilderungen überzeugt: „Wir geben diese Zuwendung in gute Hände.“ Dies geschehe sicherlich im Geiste von Maria Johanna Heinrichs- Rammelkamp. Markus Kirschner betonte, aus seiner Sicht sei es wichtig, „Projekte anzuschieben“. Er sehe durch diese Art der Arbeit mit den Kindern auch eine Chance, die Spirale sich immer weiter fortsetzender Gewalt zu durchbrechen, damit aus jungen Opfern nicht später Täter werden. „Wenn wir dazu einen Beitrag leisten können, ist schon viel gewonnen“, so Kirschner.

 

Grafschafter Nachrichten, 26.09.2019

Hilfe für Kinder psychisch kranker Eltern

„Aktion Mensch“ fördert Projekt „Patronus“ mit 275.000 Euro / Kinderschutzbund sammelt Spenden

Hilfe für Kinder psychisch kranker ElternWie werden Kinder mit psychischen oder Suchtproblemen ihrer Eltern fertig? Wer hilft ihnen, die Situation zu verstehen und zu verarbeiten? Diese Frage stand am Anfang eines in der Region einzigartigen Betreuungsprojekts. Mit dem Projekt „Patronus“ bietet der Kinderschutzbund Kindern aus betroffenen Familien eine Plattform für Entlastung, Stärkung und Wissensvermittlung.

Für psychisch kranke Menschen gibt es verschiedene Hilfsangebote. Aber wer kümmert sich um deren Kinder? Sie stellen nach Einschätzung von Experten eine besondere Risikogruppe dar, da die kindliche Entwicklung durch die Erkrankung ihrer Eltern negativ beeinflusst wird. Etwa jedes vierte Kinder war 2017 von der Erkrankung eines Elternteils betroffen – Tendenz steigend. Eine Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass über 60 Prozent der betroffenen Kinder später selbst psychische Störungen entwickeln.
Mit dem Projekt „Patronus“ will der Grafschafter Kinderschutzbund jetzt gegensteuern. Kinder betroffener Eltern im Alter von acht bis 13 Jahren werden in einer geschlossenen Gruppe einmal wöchentlich betreut. Unter Leitung einer Psychologin und einer sozialpädagogischen Fachkraft des Kinderschutzbundes stellen sie sich sechs Monate lang Fragen wie: Was ist eine Depression und was macht sie mit meiner Mutter? Warum hört Papa nicht einfach auf, Bier zu trinken?

In der Gruppenarbeit sollen die Kinder spielerisch lernen, über Gefühle zu sprechen, und Methoden erarbeiten, wie sie ihren Lebensalltag besser meistern können. „Das Problem der Eltern können sie nicht lösen, obwohl sie oft Schuldgefühle entwickeln“, sagt Anja Jankowski, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes. Die Belastungen könnten vielseitig und groß sein: Manche Kinder versuchten, Aufgaben ihrer Eltern zu übernehmen, wenn diese dazu nicht in der Lage sind. Andere Kinder schämten sich und brächten deshalb keine Freunde mit nach Hause.

Das Projekt „Patronus“ ist als Langfristangebot mit fünfjähriger Laufzeit angelegt. Es steht auf drei Säulen: Der Arbeit in der geschlossenen Gruppe über sechs Monate, dem anschließenden übergang in eine offene Begegnungsgruppe mit der Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, und in der Sensibilisierung der Fachkräfte in Kliniken, Betreuungseinrichtungen und Behörden für Thema und Zielgruppe.

„Das ist für uns ein Megaprojekt mit Alleinstellungs-merkmal“, sagt Anja Jankowski. Möglich gemacht wird es erst durch eine großzügige Förderzusage der „Aktion Mensch“. Sie stellt für den fünfjährigen Projektzeitraum eine Gesamtsumme von 275.224 Euro bereit. Das entspricht 90 Prozent der Gesamtkosten. Der Kinderschutzbund muss aus Eigenmitteln die restlichen rund 30.000 Euro aufbringen.

„Das ist für einen Verein wie unseren nicht so einfach möglich“, sagt der Vorsitzende des Kinderschutzbundes, Wilfried Scholten. Der Verein sei dafür auf Zuwendungen angewiesen. Der KSB bittet daher um Spenden zur Finanzierung des Eigenanteils.
Erfahrungen für dieses Projekt bringt der Kinderschutzbund bereits aus einem ähnlichen Vorläuferprojekt mit: 2018 entstand die Gruppe „ImBlick“. Sie führte bereits zehn Kinder durch zwei Maßnahmen. Initiiert wurde das Angebot durch eine Steuerungsgruppe mit erfahrenen Pädagogen und Psychologen aus verschiedenen Grafschafter Institutionen (Drogenberatungsstelle, Euregio-Klinik, Eylarduswerk, Jugendamt, ökumenische Fachambulanz Sucht, Sozialpsychiatrischer Dienst), die tagtäglich mit betroffenen Kindern und Familien zusammenarbeiten.

Die Finanzierung hatte die private Nordhorner Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung gesichert. Sie hatte dem Kinderschutzbund dafür zweimal mit 11.000 Euro unterstützt. Eine Förderzusage für eine dritte „ImBlick“-Gruppe hat die Stiftung bereits zugesagt.
Aber erst dank der Förderzusage der „ Aktion Mensch“ kann die Betreuung dieser Kinder zu einem Langfristprojekt verstetigt werden. Damit sich dieses etabliert ist es notwendig, Fachpersonal und andere, die mit Kindern zu tun haben, für die Zielgruppe zu sensibilisieren. Dazu will der Verein stark in die öffentlichkeitsarbeit einsteigen und Fachveranstaltungen durchführen für Sozialarbeiter, psychiatrisches Fachpersonal und pädagogische Mitarbeiter an Schulen und anderen Institutionen.

Für die Teilnehmenden ist das Projekt kostenfrei. Einbeziehen will der Kinderschutzbund auch die Eltern. Ihnen wird eine Sprechstunde angeboten. Der Kinderschutzbund hält die Einbeziehung für notwendig, da die Eltern sich oftmals große Sorgen um die Entwicklung ihrer Kinder machen.

 

 

11.01.2019

Jahresbericht  2018 der Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung

Die Heinrichs-Rammelkamp Stiftung hat auch im Jahr 2018 wieder eine Vielzahl von Projekten zugunsten schwerstkranker Kinder und ihrer Familien gefördert. Fredy Fricke, Vorstandsvorsitzender der Stiftung, zeigt sich zufrieden mit der Auswahl der Förderthemen im vergangenen Jahr: „Der Bereich der Prävention war uns besonders wichtig, deswegen haben wir vor allem Projekte mit Fördersummen bedacht, die sich um das seelische Wohl von Kindern und Jugendlichen kümmern. Wir sind davon überzeugt, dass man jungen Menschen Hilfe zukommen lassen muss, bevor sie in seelische Notlagen geraten.“ 

Wie schon in den vergangenen Jahren wurde erneut die Hospizhilfe der Grafschaft Bentheim für ihre Arbeit im Bereich der Kinderhospizhilfe mit rund 5.000 Euro  „Die erneute Unterstützung durch die Heinrichs-Rammelkamp Stiftung freut uns sehr und wir bedanken uns herzlich dafür“, so Heike Paul, die Geschäftsführerin der Kinderhospizhilfe. Der Verein ist stark auf Spenden angewiesen, um seine Tätigkeit finanzieren zu können. In den letzten Jahren wurden bereits Fortbildungsmaßnahmen sowie der Ausbau des Bereiches Musiktherapie und Erweiterung der Bücherkiste für erkrankte Kinder unterstützt. Der größte Teil der aktuellen Förderung wurde für die Fortbildung zweier Fachkräfte zu Trauerbegleitern speziell für Kinder und Jugendliche verwendet. „Kinder und Jugendliche verarbeiten Tod und Verlust anders als Erwachsene“, weiß Anne Reimann, die diese Fortbildung bereits absolviert hat. „Das führt dazu, dass sie häufig in ihrer Trauer nicht wahrgenommen werden.“ Die speziell geschulten Trauerbegleiter sollen sich intensiv mit den Gefühlen der kranken Kinder und Jugendlichen auseinandersetzen und altersgerechte Seelsorge und Sterbebegleitung leisten, aber auch den Geschwistern  in dieser schweren Lebenslage beistehen. 

Die größte Fördersumme des vergangenen Jahres ging an das Musikprojekt „Ein neuer Tag beginnt“ unter der Leitung von Frank Gottschalk. Mit jährlich 20.000 Euro wird das Projekt für die Dauer von zwei Jahren unterstützt. Schwerkranke Jugendliche kommen hier zweimal die Woche mit Musik- und Tanzleitern zusammen um gemeinsam zu musizieren, eigene Musikstücke zu schreiben und diese in zwei großen Abschlusskonzerten sowie kleineren Auftritten im Verlauf des Projekts zu präsentieren. Durch die kreative Arbeit in der Band oder im Chor sollen die Jugendlichen einen Ausgleich zu der Erfahrung ihrer Krankheit finden und ein Gemeinschaftsgefühl mit anderen Kranken und ihren Angehörigen entwickeln. Dies sei vor allem wichtig, weil viele Familien durch die Krankheit eines Kindes in die Isolation geraten, so Gottschalk. Austausch und Vernetzung mit anderen Betroffenen helfe dabei ein Stück Trost und Normalität zurück zu gewinnen. „Bei ähnlichen Projekten in Düsseldorf haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht“, betont Gottschalk. Die Leitung übernehmen neben Gottschalk mehrere Erwachsene mit pädagogisch-therapeutischer Ausbildung, unterstützt durch engagierte Jugendliche als Bezugspersonen. Auch Dr. Markus Kirschner von der Heinrichs-Rammelkamp Stiftung ist von den Zielen des Musikprojekts überzeugt: „Die musikalische Betätigung stärkt den Heilprozess, aber auch das Selbstvertrauen in diesen schweren Zeiten und vermittelt Eigenmotivation. Wir von der Heinrichs-Rammelkamp Stiftung halten ‚Ein neuer Tag beginnt‘ daher für eine wertvolle psychologische Unterstützung für schwerstkranke Jugendliche und freuen uns, es fördern zu dürfen.“

Mit weiteren 10.000 Euro förderte die Heinrichs-Rammelkamp Stiftung den Deutschen Kinderschutzbund KV Grafschaft Bentheim für ein Projekt zum Wohle von  Kinder  sucht- oder psychisch kranker Eltern. Diese Kinder haben ein bis zu siebenfach erhöhtes Risiko später selbst psychische Erkrankungen zu entwickeln. Nach einer Kennlernphase können Kinder zwischen 8 und 12 Jahren hier in insgesamt 15 Kindertreffen über ihre Sorgen und Ängste sprechen, aber sollen auch durch gestalterische Aktivitäten ihr Selbstbild verbessern. Dazu kommen sechs Familientreffen, bei denen die betroffenen Familien in gemeinsamen Unternehmungen positive Erfahrungen jenseits des schwierigen Alltags sammeln sollen. Das Programm läuft über sechs Monate. Im Abschluss werden mögliche Folgemaßnahmen mit den Familien besprochen. „Wir betrachten dieses Programm als wichtige Maßnahme für die Prävention psychischer Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen und haben deshalb beschlossen es zu fördern“, erklärt Dr. Gerhard Bergfeld, Vorstandsmitglied,  die Entscheidung der Heinrichs-Rammelkamp Stiftung. Der erste Durchlauf des Programms startete im September 2018. 

Insgesamt 4.000 Euro stellte die Heinrichs-Rammelkamp Stiftung für das Geschwisterprojekt des Bunten Kreises der Euregio-Klinik Nordhorn bereit. In diesem Projekt geht es darum den Geschwistern von schwersterkrankten Kindern die Möglichkeit zu geben, sich untereinander über ihre Probleme und Sorgen auszutauschen. 
Das Fördergeld wird unter anderem für Fortbildungen der Mitarbeiter des Bunten Kreises verwendet, die stärker auf die emotional stark belasteten Geschwisterkinder eingehen sollen. Außerdem werden verschiedene Projekte gezielt für die Geschwisterkinder angeboten, so etwa der Geschwisterkindertag, der 2018 zum zweiten Mal stattfand. 

Die Euregio-Klinik Nordhorn konnte sich über weitere 1.000 Euro für die Arbeit der Kinder- und Jugendpsychiatrie freuen.  Die Spezialgebiete der Klinik sind Depressionen, Angst- und Essstörungen, aber auch Zwangsstörungen, Tic-Störungen und ADHS.  In Einzel- und Gruppensitzungen werden die psychischen Erkrankungen behandelt. Dazu kommen kreativ-künstlerische Angebote, sowie sportliche Betätigung und Unterricht in Abstimmung mit den Heimatschulen. Zudem werden die Kinder und Jugendlichen auf eine weiterführende ambulante Behandlung vorbereitet.

In einer spontanen Aktion beschloss die Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung zudem die Initiativgruppe „Hilfe für Mathilda“  aus Geeste mit 1.000 Euro zu fördern. Hierbei handelte es sich um einen Hilfsaufruf für ein vierjähriges Mädchen, das aufgrund einer Leukämieerkrankung eine Stammzellenspende benötigte. Mit dem Fördergeld wurde die Typisierung von potentiellen Spendern bezahlt, die sich „für Mathilda und andere“ in die Spenderkartei aufnehmen lassen wollten. „Unsere Stiftung fördert eigentlich keine Individualprojekte“, erklärt Norbert Eppinger, Vorstandsmitglied der Heinrichs-Rammelkamp Stiftung. „In diesem Fall haben wir uns aber dennoch dafür entschieden, da die Typisierungen am Ende nicht nur Mathilda, sondern auch vielen anderen Leukämiekranken zugutekommen, die dringend eine Knochenmarkspende benötigen.“

Für das Jahr 2019 hat die Heinrichs-Rammelkamp Stiftung ihre Unterstützung für den Verein „Verrückt? Na und?“ zugesagt und fördert dessen Projekte mit einer Summe von 3.500 Euro. Dieser Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht Aufklärungsarbeit über psychische Erkrankungen an Schulen zu leisten und versucht Ängste und Vorurteile gegen solche abzubauen. Dies geschieht in Projekttagen, bei denen auch häufig versteckte Erkrankungen und Verhaltensauffälligkeiten bei den teilnehmenden Schülern entdeckt werden. So befinden sich laut Angaben des Vereins in jeder Klasse durchschnittlich 2 bis 3 Schüler, die psychologische Hilfsmaßnahmen benötigen. Im Sinne der Prävention hat sich die Heinrichs-Rammelkamp Stiftung auch hier gern für die Unterstützung des Vereins entschieden. 

Vorstandsmitglied Werner Bergfried freut sich besonders über die Auswahl der Förderprojekte im Jahr 2018. Als Pastor der verstorbenen Stifterin Maria Johanna Heinrichs-Rammelkamp hatte er ein besonders enges Verhältnis zu ihr. „In meinen langen Gesprächen mit Frau Heinrichs-Rammelkamp habe ich sie und ihre Pläne für die Stiftung sehr gut kennen gelernt. Ich bin mir daher sicher, dass die Auswahl unserer Projekte im vergangenen Jahr im Sinne der Stifterin gewesen wären.“

 

19.12.2018

Die Heinrichs-Rammelkamp Stiftung fördert die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Euregio Klinik Nordhorn mit 1.000 Euro 

Jugendpsychatrie

Depressionen, Ess- und Angststörungen sind weit verbreitete Krankheitsbilder in der heutigen Gesellschaft — nicht nur bei Erwachsenen, sondern immer öfter auch bei Kindern und Jugendlichen. Die Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung hat daher beschlossen die Arbeit der Tagesklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und —psychotherapie an der Euregio Klinik Nordhorn mit einer Summe von 1.000 Euro zu fördern. 
Dafür trifft sich Fredy Fricke, der Vorstandsvorsitzende der Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung, mit der Chefärztin Dr. Maria Anna Krümpel-Mees. Bei einer Tasse Tee in ihrem Büro erzählt sie von ihrer Arbeit in der Tagesklinik: 
„Unser Team besteht aus Psychologen und Therapeuten, sowie aus speziell geschulten Ärzten, Krankenpflegern und Pädagogen", erklärt sie. „Die Spezialgebiete der Klinik sind Depressionen, Angst- und Essstörungen, aber auch Zwangsstörungen, Tic-Störungen und ADHS, die hier in Einzel- und Gruppentherapie behandelt werden." 
Neben den Therapiestunden stehen auch kreativ-künstlerische Angebote sowie Entspannungs- und Konzentrationsübungen auf dem Programm. Außerdem werden die jungen Patienten in Abstimmung mit den Lehrplänen ihrer Heimatschulen unterrichtet. Nachmittags können sich die Kinder und Jugendlichen in sporttherapeutischen Angeboten, etwa beim Reiten oder Schwimmen, ausleben. 
„Für viele unserer Patienten ist der Aufenthalt in der Tageklinik nicht das Ende ihrer Behandlung", weiß Frau Dr. Krümpel-Mees. Daher werden sowohl die betroffenen Kinder und Jugendlichen auch auf die weiterführende ambulante Behandlung vorbereitet. "Hier beziehen wir natürlich auch die Familien durch regelmäßige Gespräche mit ein." 

Fredy Fricke zeigt sich am Ende des Gespräches begeistert. „Die Kinder- und Jugendpsychiatrie der Euregio Klinik leistet einen wertvollen Beitrag zur Unterstützung psychisch kranker Kinder und ihrer Familien. Daher freuen wir von der Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung uns sehr, diese Einrichtung mit 1.000 Euro zu fördern." 
 

 

 

 

Grafschafter Nachrichten, 18.02.2018

Ein Tag für die Geschwister kranker Kinder

Die kleinen Burgritter erlegen ein Wildschwein: Der Spaß kommt bei den Treffen des Projekts nicht zu kurz

Foto: Sebastian Hamel
Foto: Sebastian Hamel

Das Projekt „Mein Tag!“ widmet sich den Geschwistern von Kindern mit schwerer Erkrankung oder Behinderung. Nach dem Start 2017 erfreut sich die Aktion eines wachsenden Zuspruchs. Das zweite Treffen ging am Wochenende in Bad Bentheim über die Bühne.

Kinder mit chronischer Erkrankung oder Behinderung bedürfen der besonderen Zuwendung ihrer Familien. Diese Situation wirkt sich auch auf die gesunden Geschwister aus. Speziell für sie haben die Nachsorgeeinrichtung „Bunter Kreis“ der Euregio-Klinik und die Frühförderung der Lebenshilfe Nordhorn im vergangenen Jahr das Projekt „Mein Tag!“ ins Leben gerufen. Dabei sollen gezielt diese Kinder und der Spaß im Mittelpunkt stehen. Nach der ersten Zusammenkunft im Herbst in den Räumlichkeiten der Frühförderung, ging es zum zweiten Treffen am Sonnabend zur Jugendherberge in Bad Bentheim.

Verkleidet als Ritter und Schatzsucher, verbrachten 15 Kinder – und damit drei Teilnehmer mehr als beim ersten Treffen – zusammen mit den Pädagoginnen von Lebenshilfe und Euregio-Klinik den Tag. Mit einem spannenden Programm wartete zudem Olga Neesen vom Verein „Burgi“ auf, die verschiedene ritterliche Spiele anleitete. Die Idee hinter dem Projekt „Mein Tag!“: Zum einen können die Geschwisterkinder durch die erlebnispädagogischen Unternehmungen einmal „den Kopf freibekommen“ und den Tag für sich genießen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, dass sie über die Handlungen ins Gespräch kommen und Gemeinsamkeiten entdecken.

Es geht allerdings nicht darum, den Kindern therapeutische Gespräche aufzuzwingen, wie Heilpädagogin Kerstin Wilken betont. Sie hat eine spezielle Fortbildung zur „Fachkraft für Geschwister“ absolviert und erklärt, dass jedes Kind den Tag so für sich nutzen könne, wie es möchte: „Wir werden aus keinem Kind etwas herauskitzeln, aber wenn es über etwas sprechen möchte, ist der Raum dafür da.“

Sie beschreibt auch, dass die jungen Teilnehmer die Erkrankung oder Behinderung ihrer Geschwister ganz unterschiedlich wahrnehmen und mitunter auch nicht als etwas Schlimmes sehen. „Mein Bruder ist so alt wie ich, aber spricht wie ein Baby – ist das jetzt eine Behinderung?“, habe etwa ein Kind gefragt. Durch die Herausforderungen im Familienalltag entwickelten die Geschwister auch positive Eigenschaften, wie Selbstständigkeit oder Toleranz gegenüber anderen Menschen. Bei der „Schatzsuche“ am Sonnabend ging es somit letztlich auch darum, die „Schätze des Alltags“ zu finden und damit das Bewusstsein für schöne Momente zu schärfen.

Das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 14 Jahren. Auch Kinder, deren Geschwister bereits verstorben sind, können teilnehmen. Vor jedem Termin findet ein Elternabend zur Information statt. Jeweils vier Treffen pro Jahr sind geplant, die Anmeldung ist kostenlos. Finanziell tragen die Euregio-Klinik und die Lebenshilfe die Aktion „Mein Tag!“ als optionales Projekt im Rahmen der sozialpädiatrischen Nachsorge. Krankenkassen übernehmen die Kosten für vergleichbare Veranstaltungen im Sinne von Präventivkursen bislang nur in Bayern und Baden-Württemberg, erläutert „Bunter Kreis“-Pflegeberaterin Caroline Bonte. Langfristig sei das auch hier das Ziel. Um die Voraussetzungen zu erfüllen, legt noch in diesem Frühjahr eine Kinder- und Jugend-Psychotherapeutin der Euregio-Klinik die Fortbildung zur „Fachkraft für Geschwister“ ab.

Bis dahin sind die Verantwortlichen auch auf Spenden angewiesen. Diese kommen maßgeblich von der Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung, die im Sommer 2015 in Nordhorn gegründet wurde. Jüngst stellte die Stiftung 350 Euro für die Gestaltung des Geschwistertreffens in Bad Bentheim und 800 Euro für die Fortbildung der Psychotherapeutin bereit. Gemäß dem Wunsch der verstorbenen Stifterin Maria Johanna Heinrichs-Rammelkamp soll deren Vermögen zum Wohle schwerkranker Kinder und Jugendlicher aus der Region Grafschaft Bentheim verwendet werden. „Wir sind gerne bereit, dieses Projekt zu unterstützen, und sind sicher, dass hier im Sinne der Stifterin gearbeitet wird“, sagt Stiftungsvorsitzender Fredy Fricke.

Das Projekt wird übrigens auch wissenschaftlich begleitet: Zum Team gehört Annika Bischoff, die derzeit Soziale Arbeit studiert und für den praktischen Teil ihres Studiums beim „Bunten Kreis“ an der Euregio-Klinik tätig ist. Die Aktion „Mein Tag!“ ist Thema ihrer Bachelorarbeit.

Für weitere Fragen oder Anmeldungen steht das Sekretariat der Frühförderung der Lebenshilfe bereit, telefonisch unter (0 59 21) 80 68 0 oder per E-Mail an geschwisterkinder [at] lebenshilfe-nordhorn.de.

Die nächsten Termine werden auf den Webseiten www.euregio-klinik.de und www.lebenshilfe-nordhorn.de bekannt gegeben.

 


 

Grafschafter Nachrichten, 21.12.2017

25.000 Euro für kranke Kinder

Private Stiftung spendet für Euregio-Klinik und Elterninitiative

Scheckübergabe

Die Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung finanziert für drei Jahre eine Fachkraft für „frühe Hilfen“ für die Arbeit mit schwerkranken Kindern an der Euregio-Klinik mit jährlich 15.000 Euro. Weitere 10.000 Euro gehen an eine Elterninitiative.

15.000 Euro spendet die private Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung an den Bunten Kreis der Euregio-Klinik. Bei der Scheckübergabe in den Räumen der OLB am Europaplatz trafen sich (stehend, von links) Werner Bergfried, Dr. Markus Kirschner, Dr. Jörg Langlitz, Gerhard Bergfeld, Norbert Eppinger und Jürgen Thau sowie (vorne, von links) Stiftungsvorsitzender Fredy Fricke, die Pflegeberaterin Carolin Bonte und ihre neue Kollegin Monika Janßen. Foto: Kersten

gn Nordhorn. Der Bedarf an sozialmedizinischer Nachsorge ist in den vergangenen Jahren auch in Nordhorn deutlich gestiegen. Viele Familien mit schwerkranken Kindern und Jugendlichen benötigen Unterstützung, die über das von den Krankenkassen finanzierte Maß hinausgeht. Deswegen unterstützt die private Nordhorner Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung den Bunten Kreis der Euregio-Klinik in Nordhorn.

„Unser Förderschwerpunkt liegt auf der Qualifizierung und dem Einsatz von Fachkräften des Bunten Kreises. Denn nur mit gut ausgebildeten Fachkräften kann gewährleistet werden, dass die betroffenen Familien die nötige Hilfe erhalten“, so Fredy Fricke, Vorstandsvorsitzender der Stiftung.

Mit den Fördergeldern soll vor allem der Einsatz einer Fachkraft im Bereich der „Frühen Hilfen“ finanziert werden. „Diese werden schon von vielen Bunten Kreisen in ganz Deutschland eingesetzt“, erklärt Caroline Bonte, Pflegeberaterin für den Bunten Kreis Nordhorn. „Ihre Aufgabe ist es, die Entwicklung einer gesunden Eltern-Kind-Bindung zu unterstützen, auch wenn das Kind unter einer chronischen Erkrankung leidet.“

Monika Janßen möchte diese Stelle bald antreten und freut sich auf die neuen Herausforderungen: „Ziel meiner Arbeit wird es sein, junge Mütter und Familien bei der Betreuung ihrer Säuglinge und chronisch kranker Kinder zu unterstützen. Das Kindswohl steht dabei an erster Stelle.“

Auch der Chefarzt der Kinderklinik, Dr. Jörg Langlitz, zeigt sich begeistert: „Durch die jährliche Unterstützung von 15.000 Euro der Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung ist die Finanzierung der Fachkraft über die nächsten drei Jahre gesichert. Mit diesen zusätzlichen Mitteln kann der Bereich der sozialmedizinischen Versorgung der Patienten durch die Euregio-Klinik weiter ausgebaut werden.“

Neben der Förderung der Fachkraftstelle „Frühe Hilfen“ unterstützt die Stiftung in diesem Jahr die Elterninitiative krebskranker Kinder und Jugendlicher Grafschaft Bentheim/Emsland mit 10.000 Euro. Außerdem gehen Zuwendungen für Fortbildungsmaßnahmen des Bunten Kreises in den Bereichen Schmerztherapie und Palliativversorgung an die Kinderklinik.

Gegründet wurde die Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung im Sommer 2015 in Nordhorn. Nach dem Willen von Maria Heinrichs-Rammelkamp soll die Stiftung der Unterstützung von Einrichtungen dienen, die sich um das Wohlergehen schwerkranker Kinder und Jugendlicher in Nordhorn und Umgebung kümmern.

 


 

Tag der offenen Tür bei der Hospizhilfe Grafschaft Bentheim

Snoezelwagen

Am 17.02.2017 lud die Hospizhilfe Grafschaft Bentheim zu einem Tag der offenen Tür ein, bei der auch der Vorstand der Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung, vertreten durch (v.l.n.r.) Norbert Eppinger, Gerhard Bergfeld, Werner Bergfried, Fredy Fricke,  anwesend war. Die Stiftung hatte sich zuvor mit einer Spende an der Anschaffung eines Snozelwagens für die Abteilung Kinderhospizhilfe beteiligt, der bei diesem Anlass der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Mit dem Snozelwagen sollen schwerstkranke Kinder die Möglichkeit haben, sich mithilfe optischer, akustischer und haptischer Sinneseindrücke zu entspannen. Die Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung unterstützt dieses Projekt gerne und hofft, dass damit die Arbeit der Hospizhilfe erleichtert wird.

 


 

Grafschafter Nachrichten, 02.12.2016

Segensreiches Vermächtnis einer alten Dame

Segensreiches Vermächtnis einer alten Dame

Erstmals hat die neue Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung zwei Schecks in Höhe von jeweils 10.000 Euro übergeben. Das Bild zeigt die Übergabe mit (von links) den Stiftungsvorstandsmitgliedern Norbert Eppinger und Gerhard Bergfeld, Caroline Bonte („Bunter Kreis“), Dr. Jörg Langlitz (Chefarzt Pädiatrie an der Euregio-Klinik und ärztlicher Verantwortlicher des „Bunten Kreises“), Werner Bergfried, Fredy Fricke und Dr. Markus Kirschner (alle vom Stiftungsvorstand) sowie Anne Reimann (Hospizhilfe) und Karl-Heinz Meyer (Vorstandsvorsitzender Hospizhilfe). Foto: Konjer

Von Thomas Kriegisch

Die Grafschaft darf sich über eine neue Stiftung freuen: Erstmals hat die 2015 in Nordhorn gegründete Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung insgesamt 20.000 Euro an zwei heimische Einrichtungen vergeben.

Nordhorn. Im Sommer 2015 war in Nordhorn die Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung gegründet worden. Stifterin war die Ende 2014 gestorbene Nordhornerin Maria Johanna Heinrichs-Rammelkamp. Die kinderlose, als ausgesprochen kinderlieb und sehr sozial eingestellt geltende Maria Johanna Heinrichs-Rammelkamp hatte sich im hohen Alter zur Gründung der Stiftung entschieden.

Nach dem Willen der alten Dame soll die gemeinnützige Einrichtung künftig Institutionen dienen, die sich um das Wohlergehen schwerkranker Kinder und Jugendlicher in Nordhorn und Umgebung kümmern. Über die erste Zuwendung durften sich am Mittwochabend Vertreter der sozialpädiatrischen Nachsorge des „Bunten Kreises“ an der Euregio-Klinik und der Hospizhilfe Grafschaft Bentheim für ihre Kinderhospizhilfe freuen, die vom Stiftungsvorstand in der OLB an der Bentheimer Straße jeweils einen Scheck in Höhe von 10.000 Euro überreicht bekamen.

„Bunter Kreis“ und Kinderhospizhilfe kümmern sich um schwerkranke Kinder und Jugendliche. Beide Vereine leisten hier komplexe Hilfe und Unterstützung, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht immer im vollen Umfang übernommen werden.

Die Heinrichs-Rammelkamp-Stiftung möchte beide Vereine mit ihrer Zuwendung in ihrer Arbeit unterstützen. Darüber hinaus hilft die Stiftung der Kinderhospizhilfe bei der Anschaffung eines „Snozelwagens“, mit dem schwerkranke Kinder durch optische, akustische und haptische Reize Entspannung für alle Sinne erleben können. Für den „Bunten Kreis“ werden durch die Stiftung aktuelle Fortbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter mitfinanziert.
„Diese Zuwendungen bedeuten für uns viel Glück und Dankbarkeit“, erklärte Anne Reimann, Koordinatorin der Hospizhilfe. Übereinstimmend mit Caroline Bonte, Pflegeberaterin im „Bunten Kreis“, sagte sie: „Wir können jetzt etwas machen, woran früher nicht zu denken war: Wir können Träume wahr werden lassen.“

Ein Jahr ist es her, dass die Stiftung gegründet wurde. Nach dem Abschluss der Gründungsphase stellte sich nun mit der ersten Spendenübergabe auch der Stiftungsvorstand der Öffentlichkeit vor und berichtete von der Entstehungsgeschichte: Die Stifterin hatte danach bereits zu Lebzeiten die ersten Ideen zur Gründung der Stiftung, die sie mit ihrem langjährigen Bankbetreuer, dem Bankkaufmann Fredy Fricke, besprach. Fricke war nicht nur ihr Testamentsvollstrecker, sondern auch Wunschkandidat für den Stiftungsvorstand. Daher übernahm er nach dem Tod der Stifterin die Gründung und ist heute 1. Vorsitzender des Stiftungsvorstandes.

„Zuerst habe ich den Kontakt zu Gerhard Bergfeld, dem Hausarzt der Stifterin, hergestellt“, erinnert sich Fricke im GN-Gespräch. Bergfeld war ebenfalls in die Pläne der Stifterin eingeweiht und wurde schon früh von ihr für den Vorstand angefragt. Mit Bergfelds langjährigem Kollegen Dr. Markus Kirschner, der sich auch in verschiedenen Ärztevereinigungen und in Organisationen wie der „Gesundheitsregion Euregio“ und der „Gesundheitsregion Grafschaft Bentheim“ engagiert, wurde ein weiteres Vorstandsmitglied gefunden. „Durch diese Arbeit habe ich guten Kontakt zu Medizinern und zahlreichen Akteuren des Gesundheitssystems in der gesamten Region. Eine gute Vernetzung in diesem Bereich wird für die Stiftung hilfreich sein“, meint Kirschner.

Einer Zufallsbegegnung verdankt Fricke die Bekanntschaft mit Werner Bergfried, dem Pastor der ev.-ref. Kirchengemeinde in Nordhorn, wo die Stifterin und ihr Ehemann Bernhard Rammelkamp Mitglieder waren. Bergfried: „Ich kannte die beiden sehr gut. Wir haben oft angeregte Gespräche bei Tee und Kuchen geführt, bei denen ich viel über ihre persönlichen Gedanken und Wünsche erfahren konnte.“ Nach ihrem Tod hatte der Pastor Maria Johanna Heinrichs-Rammelkamp und 2015 auch ihren Ehemann Bernhard Rammelkamp beerdigt. Fricke: „Dieser engen Beziehung zur Stifterin ist es zu verdanken, dass sich Bergfried zu einem privaten Engagement im Stiftungsvorstand überzeugen ließ.“

Als fünftes Vorstandsmitglied konnte schließlich Norbert Eppinger, Rechtsanwalt und Notar in Nordhorn, gewonnen werden. „Er überzeugt mit seiner hohen fachlichen Kompetenz und kennt sich in der Grafschaft Bentheim sowie mit den Grafschaftern sehr gut aus“, meint Vorstand Fricke. Eppinger selber sagt: „Ich denke, dass meine Kontakte in der Region hilfreich sein werden, damit wir dem Zweck der Stiftung gerecht werden können.“

Die Stiftung wird sich in Zukunft alljährlich um die Unterstützung von Hilfsprojekten für schwerkranke Kinder und Jugendliche in der Grafschaft kümmern. Die fünf Vorstandsmitglieder arbeiten ehrenamtlich und sind zuversichtlich, dass sie mit ihrer Arbeit einen wertvollen Beitrag für die Region leisten und den Wünschen der Stifterin gerecht werden.

Weitere Infos über die neue Stiftung gibt es unter www.heinrichs-rammelkamp-stiftung.de.

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